Das Forschungszentrum für Agri-Photovoltaik Sachsen-Anhalt
Das Forschungszentrum für Agri-Photovoltaik Sachsen-Anhalt der Hochschule Anhalt für angewandte Wissenschaften entwickelt praxisnahe Forschungsanlagen. In den Forschungsanlagen wird die Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln mit Photovoltaik-Systemen verbunden und mit Biodiversitätselementen gekoppelt. Dabei steht die landwirtschaftliche Produktion weiter im Vordergrund. In drei Forschungsanlagen werden die Effekte von innovativen Aufständerungen, unterschiedlichen PV-Modultypen und Biodiversitätsmaßnahmen auf wesentliche Kenngrößen im Feldbau und im Grünland getestet. Im Gegensatz zu klassischen AgriPV-Anlagen, die bereits eine Doppelnutzung von Flächen ermöglichen, können AgriPVplus-Anlagen eine Dreifachnutzung aus Landwirtschaft, Energieerzeugung und der Förderung der Biodiversität erzielen.
Das Forschungszentrum vereint Expert:innen der Hochschule Anhalt aus den Fachgebieten Ökologie, Photovoltaik, Fernerkundung, Sensorik und Agrarwissenschaft.
Förderzeitraum: 01.03.2024 - 31.12.2027
Fördermittelgeber: Europäische Union und Land Sachsen-Anhalt
Förderprogramm: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
Forschungsanlagen
Anlage 1: Vertikale Module – Ackerbau und Blühstreifen
Unsere bereits bestehende erste Forschungsanlage umfasst eine vertikale bifaziale AgriPVplus-Anlage auf Acker. Dafür wurden auf einer Fläche von 0,33 ha 144 bifaziale Module in Ost-West-Ausrichtung errichtet. Zwischen den Modulreihen werden 12,0 m breite Ackerflächen weiterhin bewirtschaftet. Auf diesen Flächen werden klimatisch angepasste Kulturen wie Sojabohnen, Körnerhirse und Winterdurum angebaut.
Die landwirtschaftlich nicht nutzbaren Flächen entlang der Modulreihen bieten Platz für Maßnahmen zur Steigerung der Biodiversität. In einem Blockversuch testen wir seit 2023 verschiedene Saatmischungen auf ihren Etablierungserfolg und die ökologische Wirksamkeit.
Am 16.10.2023 wurde die AgriPVplus-Anlage mit vielen Gästen aus Politik, Forschung, Industrie, Landwirtschaft und Naturschutz auf dem Hochschulcampus Bernburg feierlich eingeweiht.
Anlage 2: Tracker-System – Ackerbau und Blühstreifen
Unsere zweite Forschungsanlage umfasst eine AgriPVplus-Anlage mit nachgeführten Modulen auf Acker. Dabei werden auf einer Fläche von 0,28 ha Tracker in Ost-West-Ausrichtung und einer Nabenhöhe von 2,50 m errichtet. Zwischen den Modulreihen verbleibt eine 12,0 m breite landwirtschaftliche Nutzfläche. In einer dreigliedrigen Fruchtfolge werden auf diesen Flächen Quinoa, Kichererbsen und Winterdurum angebaut.
Die landwirtschaftlich nicht nutzbaren Flächen unter den nachgeführten Modulen werden für die Etablierung von Blühstreifen verschiedene Sattgutmischungen ausgebracht.
Die zweite AgriPVplus-Anlage des Hochschulcampus Bernburg wird 2026 errichtet.
Anlage 3: Tracker-System – Grünland mit Beweidung
Unsere dritte Versuchsanlage umfasst eine AgriPVplus-Anlage mit nachgeführten Modulen auf Grünland. Dabei werden auf einer Fläche von 1,12 ha Tracker in Ost-West-Ausrichtung und einer Nabenhöhe von 2,50 m errichtet. Die Anlage wird beweidet werden. Beim Grünland kombinieren wir artenarmes Futtergrasland mit artenreichen Einsaaten. In einem Blockversuch werden wir verschiedene Saatmischungen auf ihren Etablierungserfolg und die ökologische Wirksamkeit testen.
Die dritte AgriPVplus-Anlage des Hochschulcampus Bernburg wird 2026 errichtet.
Team
Unser interdisziplinäres Forschungsteam vereint Expert:innen der Hochschule Anhalt aus den Fachbereichen Ökologie, Photovoltaik, Fernerkundung, Sensorik und Agrarwissenschaft. Als Forschungsgruppe sind wir eng vernetzt und können auf eine langjährige und bewährte Verbindung zwischen Theorie und Praxis zurückgreifen. Dadurch können wir komplexe Herausforderungen in der Agri-PV-Forschung effizient und umfassend bewältigen.

Prof. Dr. Sabine Tischew
Prof. Dr. Sabine Tischew (sie/ ihr)
Projektleiterin

Sebastian Dittmann
Sebastian Dittmann (er/ ihm)
Projektkoordinator
Bereich Photovoltaik

Prof. Dr. Dieter Ozessek
Prof. Dr. Dieter Orzessek (er/ ihm)
Projektkoordinator
Bereich Landwirtschaft

Sandra Dullau
Sandra Dullau (sie/ ihr)
Projektkoordinatorin
Bereich Biodiversität

Jörg Kiefer
Jörg Kiefer (er/ ihm)
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Bereich Photovoltaik

Melanie Lambert
Melanie Lambert (sie/ ihr)
Wissenschaftlich-technische Mitarbeiterin
Bereich Landwirtschaft

Kathrin Schwarz
Kathrin Schwarz (sie/ ihr)
Doktorandin
Bereich Biodiversität

Prof. Dr. Uwe Kauer
Prf. Dr. Uwe Knauer (er/ ihm)
Projektkoordinator
Bereich Fernerkundung

Lisa Radicke
Lisa Radicke (sie/ ihr)
Wissenschaftlich-technische Mitarbeiterin
Bereich Landwirtschaft

Verena Zumhasch
Verena Zumhasch (sie/ ihr)
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Bereich Biodiversität

Wiebke Nagel
Wiebke Nagel (sie/ ihr)
Doktorandin
Bereich Fernerkundung

David Neumann
David Neumann (er/ ihm)
Technischer Mitarbeiter
Bereich Landwirtschaft
Partner
Hochschule Anhalt University of Applied Science
Die Hochschule Anhalt für angewandte Wissenschaften besteht seit 1991 und hat drei Standorte: Bernburg, Dessau-Roßlau und Köthen. Der Campus in Köthen konzentriert sich auf technische Studienfächer. In Bernburg liegt der Schwerpunkt auf den Fachgebieten Landwirtschaft, Naturschutz, Ökotrophologie sowie Wirtschaft. Auf dem Bauhaus-Campus in Dessau werden gestalterische und architekturbezogene Studiengänge angeboten.
Die Hochschule Anhalt ist eine praxisorientierte Hochschule mit einer Vielzahl an Arbeitsgruppen und Forschungsprojekten. Für den Aufbau des Forschungszentrums Agri-Photovoltaik Sachsen-Anhalt haben sich Expert:innen der Bereiche Landwirtschaft, Naturschutz, Fernerkundung, Sensorik und Erneuerbare Energien der beiden Standorte Bernburg und Köthen zusammengefunden.
In den errichteten Testanlagen wird der innovative und nachhaltige Dreifachnutzungsansatz AgriPVplus erprobt, bei dem die Energieerzeugung in den landwirtschaftlichen Feldfruchtanbau integriert und mit artenreichen Wildpflanzenstreifen kombiniert wird. Ziel ist es, die Landnutzungskonflikte zu entschärfen und die Biodiversität in der Agrarlandschaft zu fördern.

PV CAMPER
PV CAMPER schafft eine globale technische Plattform, die bahnbrechende Photovoltaikforschung ermöglicht, die Leistungsfähigkeit neuer Technologien unter bestimmten klimatischen Bedingungen validiert und dazu beiträgt, den weltweiten Übergang zu einer solarintensiven Wirtschaft zu beschleunigen.
Jede Mitgliedsinstitution der Photovoltaic Collaborative to Advance Multi-Climate Performance Energy Research (PV CAMPER) betreibt ein oder mehrere Feldlabore und ist aktiv an der Forschung zur Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit von Photovoltaikanlagen beteiligt. Um die Zusammenarbeit zu erleichtern und die Datenqualität an allen Standorten sicherzustellen, haben sich die Vertreter von PV CAMPER darauf geeinigt, ähnliche Instrumente, Methoden zur Datenerfassung und O&M-Protokolle einzusetzen. Das Ergebnis ist ein globales Netzwerk von Freilandlabors, das für Forschungsuntersuchungen genutzt werden kann, die von Experimenten bis hin zu Simulations- und Validierungsstudien reichen.
Die Hochschule Anhalt, vertreten durch Sebastian Dittmann, ist Gründungsmitglied von PV CAMPER mit dem Ziel wissenschaftliche Arbeiten in diesem Fachgebiet anzustoßen und zu veröffentlichen sowie eine internationale Vernetzung vn Aktueren zu fördern.

Heide Solar GmbH & Co. KG
Das Unternehmen Heide Solar steht mit seinen erfahrenen Mitarbeitern seit 20 Jahren zu 100 % für Nachhaltigkeit und Innovationen am Standort Mitteldeutschland, direkt in der „Goldenen Aue“ Sachsen-Anhalts gelegen. Heide Solar bietet rund um die Themen erneuerbaren Energien, Projektentwicklung und -umsetzung, sowie im ausführenden Dachdecker-, Zimmermannshandwerk sowie Hoch- und Tiefbau qualitativ hochwertige Lösungen. Heide Solar begleitet von der ersten Idee bis zur finalen Umsetzung eines Projekts und steht auch danach jederzeit mit seinem Know-how zur Seite.
Eine Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen Heide Solar und der Hochschule Anhalt bestand bereist im Rahmen des Projekts BIODIV-SOLAR. Die auf dem Heidehof errichtete AgriPV-Anlage wird seit 2022 vom Forschungszentrum für Agri-Photovoltaik Sachsen-Anhalt wissenschaftlich betreut. Analog zur ersten Forschungsanlage unseres Forschungszentrums werden seit 2022 in einem Blockversuch die verschiedenen Saatmischungen auf ihren Etablierungserfolg und die ökologische Wirksamkeit getestet.
Heide Solar GmbH & Co. KG
Bogenstraße 134 - 135
06528 Wallhausen
Telefon: 034656 .599 496
E-Mail: info@heidesolar.de
Web: https://www.heidesolar.de/

Verband für nachhaltige Agri-PV e.V. (VnAP)
Der Verband für nachhaltige Agri-PV (VnAP) wurde 2023 mit dem Ziel gegründet, die Rahmenbedingungen zum Ausbau der Technik zu verbessern, Landwirtschaftliche Betriebe bei der Umsetzung zu stärken und für eine breite Akzeptanz der Agri-PV in der Öffentlichkeit zu werben.
Der Verband agiert als neutrale Plattform zur Vernetzung aller Beteiligten und zur Bereitstellung von Informationen rund um die Agri-PV. Landwirtschaft, Kommunen und Behörden, aber auch die Öffentlichkeit, haben somit eine Anlaufstelle, in der umfassende und neutrale Aufklärung zur Technik geleistet werden kann. Der VnAP will eine strenge, zielführende und differenzierte Definition von Agri-PV und eine klare Abgrenzung zu konventionellen Photovoltaik-Freiflächenanlagen in allen relevanten Regelwerken erreichen.
Die Hochschule Anhalt, vertreten durch Sebastian Dittmann, ist Gründungsmitglied des Verbands für nachhaltige Agri-PV.

Next2Sun AG
Die Next2Sun AG ist Erfinder, Innovations- und Technologieführer bei vertikaler bifazialer Photovoltaik. Das Grundkonzept vertikal installierter, bifazialer Solarmodule verlagert die Solarstromproduktion in Zeiten sonst geringer Verfügbarkeit und vermeidet die Überbauung landwirtschaftlicher Nutzflächen. Für den Erfolg der Energiewende bedeutet das weniger Nutzungskonflikte, bessere Abdeckung des Strombedarfs und geringerer Speicherbedarf. Next2Sun hat auf Basis der vertikalen bifazialen Anlagentechnologie und des dafür entwickelten, patentierten Gestellsystems eine breite Produktpalette entwickelt und zur Marktreife gebracht, insbesondere das vertikale bifaziale Agri-PV System und den bifazialen Solarzaun. Damit bietet Next2Sun heute als vielfach ausgezeichneter Markt- und Technologieführer Lösungen für eine Fülle von Anwendungen für die Landwirtschaft, den öffentlichen und gewerblichen sowie den privaten Bereich.
Next2Sun war bereits Industriepartner in dem Projekt BIODIV-SOLAR.
Next2Sun AG
Franz-Meguin-Str. 10a
66763 Dillingen
Telefon: +49 3222 18090
E-Mail: info@next2sun.de
Web: www.next2sun.com
Mitwirkung
DIN SPEC 91434 Agri-Photovoltaik-Anlagen
DIN SPEC 91434 Agri-Photovoltaik-Anlagen - Anforderungen an die landwirtschaftliche Hauptnutzung
Eine DIN SPEC (Spezifikation) ist ein vom Deutschen Institut für Normung (DIN) herausgegebenes Standarddokument, das oft in wenigen Monaten in kleinen Arbeitsgruppen als Vorstufe zu einer echten DIN-Norm erarbeitet wird.
Die DIN SPEC 91434 legt Anforderungen an die landwirtschaftliche Hauptnutzung im Bereich der Agri-Photovoltaik fest. Dabei werden Anforderungen an die Planung, den Betrieb, die Dokumentation und die Betriebsüberwachung sowie Messkennzahlen für das Prüfverfahren zur Qualitätssicherung von Agri-PV-Anlagen definiert. Die DIN SPEC ist nicht anzuwenden für den Bereich der klassischen Freiflächen Photovoltaik-Anlagen (PV-FFA), da hierfür bereits entsprechende Normen existieren.
Eine DIN SPEC wurde noch nicht als offizielle Norm veröffentlicht. Bis zur Einreichung der DIN SPEC bei der DIN wird diese durch ein Gremium überarbeitet und kommentiert. Die Hochschule Anhalt, vertreten durch Sebastian Dittmann, ist Mitglied dieses Gremiums.
Die aktuelle DIN SPEC 91434 Sie hier.




